In den letzten Monaten häufen sich die Beschwerden von Verbrauchern, die über Angebote im Internet über den Tisch gezogen werden. Besonders betroffen sind die Websites post-nachsenden.de und dein-rundfunkbeitrag.de, die den Anschein erwecken, offizielle Services der Deutschen Post bzw. des ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice zu sein – tatsächlich steckt jedoch ein Drittanbieter dahinter.
Warnung der Verbraucherzentrale Niedersachsen
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt eindringlich vor diesen irreführenden Angeboten. Tagtäglich gehen Beschwerden zu den genannten Websites ein, bei denen Kunden erst im Nachhinein erkennen, dass es sich nicht um die offiziellen Portale handelt. Hinter den Seiten steht der Anbieter Digitaler Post Service FZCO mit Sitz in Dubai. Obwohl die von den Nutzern eingegebenen Daten letztlich an die offiziellen Stellen weitergeleitet werden, werden dabei deutlich überhöhte Preise verlangt.
Deutlich überhöhte Preise
Ein Blick auf die Preisgestaltung zeigt, wie sehr Verbraucher benachteiligt werden:
• Bei post-nachsenden.de kostet ein Nachsendeauftrag 69 Euro, während der offizielle Service rund 30 Euro kostet.
• Auf dein-rundfunkbeitrag.de fallen 39,99 Euro für die Übermittlung von Änderungen an, obwohl diese Dienstleistung über die offizielle Website kostenlos ist.
Diese Preisunterschiede machen deutlich, dass hier keine Mehrwerte geschaffen werden, sondern lediglich der gleiche Service zu überteuerten Konditionen angeboten wird.
Neuer Anbieter, alte Masche
Interessanterweise ist diese Vorgehensweise nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr sorgten die Websites service-nachsendeauftrag.de und service-rundfunkbeitrag.de – betrieben von der SSS Software Special Service GmbH – für eine Welle der Empörung bei den Verbraucherzentralen. Damals wurde bereits eine Sammelklage durch den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gegen den Anbieter eingeleitet. Die aktuellen Seiten weisen eine nahezu identische Masche auf, der einzige Unterschied besteht darin, dass der neue Anbieter seinen Sitz in Dubai hat – was rechtliche Schritte zusätzlich erschwert.
Schutz vor Abzocke – So geht’s richtig
Verbraucher können sich vor solchen Abzockefallen schützen, indem sie einige einfache, aber wichtige Maßnahmen beachten:
• URL und Impressum prüfen: Achten Sie immer genau auf die Webadresse und überprüfen Sie das Impressum. Offizielle Seiten haben in der Regel klar erkennbare Domains.
• Anzeigen meiden: Verzichten Sie auf als „Anzeige“ markierte Treffer in Suchmaschinen, da diese häufig zu dubiosen Anbietern führen.
• Offizielle Seiten nutzen: Informieren Sie sich direkt über die offiziellen Webseiten der Deutschen Post oder des ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice, wenn es um Dienstleistungen wie Nachsendeaufträge oder Änderungen des Rundfunkbeitrags geht.
Die aktuelle Warnung der Verbraucherzentrale Niedersachsen macht deutlich, wie wichtig es ist, bei der Nutzung von Online-Diensten stets vorsichtig zu sein. Irreführende Angebote, die offizielle Dienste zu überhöhten Preisen anbieten, können schnell zu finanziellen Nachteilen führen. Mit etwas Aufmerksamkeit beim Überprüfen der URL und des Impressums sowie dem Meiden von als Anzeige gekennzeichneten Ergebnissen lassen sich Abzockefallen jedoch gut umgehen. Für weitere Informationen und im Falle von Fragen steht die Verbraucherzentrale Niedersachsen mit kostenloser Beratung vor Ort, telefonisch und per Video zur Verfügung. Bleiben Sie wachsam und informieren Sie sich immer aus verlässlichen Quellen!